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M2M-Technologie schützt bedrohte Meeresschildkröten

8. 11. 2014

Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) kommt inzwischen auch im Umweltschutz zum Einsatz. Mit M2M-Technologie werden an den Stränden von North Carolina in den USA die Nester von bedrohten Meeresschildkröten überwacht. Die Technik der britischen Firma Telit hilft dabei, die Temperatur und Bewegungsdaten in Meeresschildkröten-Nestern zu erfassen.

Vereinbarkeit von Tourismus und Umweltschutz

Da die Wirtschaft in Küstenregionen besonders vom Tourismus an frei zugänglichen Stränden abhängt, müssen Unternehmen und Umweltämter die touristische Attraktivität von Küstenstädten und den Schutz von Meeresschildkröten-Nistgebieten mit einander in Einklang bringen. So sehen es die Vorschriften des Endangered Species Act (Gesetz zum Schutz gefährdeter Tierarten) vor.

M2M-Module erfassen Daten von Schildkrötennestern

Cape Hatteras National Seashore befindet sich vor der Küste von North Carolina. Nistende weibliche Meeresschildkröten kehren hier zu den Stränden zurück, an denen sie selbst einmal auf die Welt kamen, um ihre Eier zu legen. Monate später schlüpfen winzige Schildkröten mühsam aus ihren Schalen und machen sich aus ihrem Nest heraus auf den Weg Richtung Ozean.

Die Naturschutz-Initiative Hatteras Island Ocean Centers überlässt beim Ausbrüten von Meeresschildkröten-Eiern nichts dem Zufall. Per M2M-Technologie (hier gibt es nähere Informationen zu M2M)werden die Temperatur und Bewegungsdaten in Meeresschildkröten-Nestern erfasst. Durch die gemessenen Daten können die Schlupftermine ermittelt und so die kleinen Schildkröten bei ihrem Start ins Leben unterstützt werden.

Schlüpftermin kann ermittelt werden

Wenn heute ein Meeresschildkröten-Nest am Strand gefunden wird, errichtet man eine kleine Umzäunung, um Spaziergänger und Fahrzeuge fernzuhalten. Ca. 50 bis 55 Tage später wird die Absperrung erweitert und der Strand oftmals für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Derzeit gibt es keine verlässliche Methode zur Vorhersage, wann die winzigen Schildkröten ihre Nester in den Dünen verlassen und in Richtung Brandung marschieren werden. Deshalb bleibt der Strand mitunter länger als einen Monat gesperrt.

Eric Kaplan, Gründer des gemeinnützigen Hatteras Island Ocean Centers und Vorsitzender eines Technologieunternehmens, hat hierzu eine Lösung vorgeschlagen, die auf M2M-Kommunikationstechnologie basiert. Mit ihrer Hilfe kann der Zeitpunkt vorhergesagt werden, an dem Meeresschildkröten schlüpfen und das Nest verlassen – mit der Folge, dass sich die Anzahl der Tage, an denen weite Teile des Strandes gesperrt werden müssen, auf das geringstmögliche Maß reduzieren lässt.

Messungen durch Sensoren und Übermittlung per M2M

Die Technologie von Telit wurde erstmals 2013 an vier Nestern getestet. Inzwischen werden ca. 20 Nester mit einer weiterentwickelten Technologie überwacht. Das Design basiert auf den HE910-Modulen von Telit, die in Plug-In Terminus-Modems von Janus integriert werden. Dabei wird eine Kabelverbindung zu den Sensoren hergestellt, welche Temperatur und Bewegung in den Nestern messen. Ein Mikroprozessor steuert die Sensoren und kommuniziert zudem mit einem zweiten Mikroprozessor am Modem. So werden die Sensordaten zum HE910 übermittelt und über das m2mAir-Mobilfunknetz in die Cloud übertragen.

Autor: FN